Die Idee

Die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe entstand aus einem Bedürfnis und einem Manko zugleich. Wir leben heute in einer besonderen politisch-gesellschaftlichen Situation, in der die soziale Segregation und Polarisierung zunimmt, rechtsextreme bzw. rechtspopulistische Parteien und Intoleranz in einer multikulturellen Gesellschaft sichtbar an Boden gewinnen, aber auch in der breiten Bevölkerung Rassismus und Antisemitismus nachweisbar laufend zunehmen und (wieder) gesellschaftsfähig geworden sind. In Zürich, heute die grösste Stadt der Schweiz, fehlt ein unabhängiger, interdisziplinärer Kulturort, an dem Fragen rund um das jüdische Leben in der Schweiz kontinuierlich thematisiert und ausgelotet werden. Es gibt zwar ein Jüdisches Museum in Basel und aktive jüdische Gemeinden, es gibt universitäre Institute, doch keinen unabhängigen Kunst- und Kultur-Ort mit dem Schwerpunkt Jüdische Kunst, Kultur und kritische Gesellschaftsgeschichte mit Ausrichtung auf Gegenwart und Zukunft für die breite interessierte Öffentlichkeit.

 

 

Wir möchten mit der sechsteiligen Veranstaltungsreihe in dem Sinne ein Pilotprojekt starten, um zu sehen, ob es in Zukunft möglich sein wird, einen Ort, ein Zentrum aufzubauen, mit dem Fokus auf jüdische Kunst und Kultur, Kunst- und Kulturschaffende, die sich mit der jüdischen Kultur und Geschichte auseinandersetzen, gesellschaftliche und politische Fragestellungen, welche vor allem auch das Verhältnis Judentum-Schweiz performieren und analysieren. Die transdisziplinäre Veranstaltungsreihe kann den ersten Schritt zur Schaffung eines solchen Ortes bedeuten, der ein Zentrum des Dialogs und der interdisziplinären und künstlerischen Auseinandersetzung für eine breitere Öffentlichkeit sein soll – ein interdisziplinärer unabhängiger Kultur-Raum für den Austausch, ein Kompetenzzentrum, ein Treffpunkt, ein Begegnungsort, ein Think Tank, an dem wichtige gesellschaftspolitische Diskussionen, Kunst-Präsentationen, Ausstellungen, Aktionen, Vorträge, partizipative und interaktive Projekte, Workshops u.v.a.m. stattfinden. Stets auf die Gegenwart, die Zeitgenossenschaft und grössere gesellschaftliche Entwicklungen bezogen, mit dem besonderen Schwerpunkt und Augenmerk auf jüdische Kunst und Kultur und ihrer Verortung und Positionierung. Auf längere Frist möchten wir eigene multifunktionale Räumlichkeiten (vor allem einen geeigneten öffentlich gut zugänglichen Veranstaltungssaal (Kapazität 100-130 Personen) und dazu mindestens ein Begegnungsraum und Diskussions-/Workshop­raum in der Stadt Zürich finden, in denen Veranstaltungen, Ausstellungen, Aktionen, Diskussionen, Workshops u.ä.m. durchgeführt werden können. Dies kann in Kooperation mit einem geeigneten Partner (wie in der Veranstaltungsreihe mit der Photobastei) oder unabhängig geschehen. 

Photobastei - unser Veranstaltungsort | Bild: Miklós Klaus Rózsa
Photobastei - unser Veranstaltungsort | Bild: Miklós Klaus Rózsa